Pressemitteilungen 2009:

Streckenrekord krönte das Spektakel
 
Ein Publikumsmagnet für alle Rennsportbegeisterte war am Wochenende das 42. AvD/GAMSC Bergrennen in Unterfranken, ausgetragen an der von Zuschauern und Fahrern gleichermaßen beliebten Rennstrecke zwischen Eichenbühl und Umpfenbach. Seit 1966 kämpfen die Bergrennspezialisten auf der 3,05 Kilometer langen anspruchsvollen Rennstrecke um jedes "Zehntel" und bieten den Zuschauern entlang der Rennstrecke hervorragenden Bergrennsport. Ein riesiges Teilnehmerfeld hatte sich auch in diesem Jahr wieder zu der Veranstaltung angemeldet, die den Veranstalter den Germann-American-Motor-Sport-Club Würzburg e.V. im AvD auch immer wieder vor logistische Herausforderungen stellt und eine Vielzahl freiwillige Helfer bedarf, ohne die diese Veranstaltung nicht durchführbar wäre. Bereits am Freitagabend reiste der Tross der Teilnehmer an und verwandelte das Gelände um den Eichenbühler Sport- und Campingplatz in ein riesiges Fahrerlager, während die milden Spätsommertemperaturen ihren Teil dazu beitrugen, dass die Stimmung und Vorfreude auf das Rennwochenende kaum zu toppen war. Eine Pflichtübung für alle beteiligte ist wie in jedem Jahr der große Empfangs - und Stimmungsabend im Festzelt, der bereits am ersten Tag so manchem Fahrer alles abverlangt. Sportlich ging es bereits am Samstagvormittag weiter und damit war bereits im Training die Jagd nach dem Streckenrekord eröffnet, den Jörg Weidinger mit einer Zeit von 1:13,46 Minuten im vergangenen Jahr in seinem schnellen Osella BMW Sportwagen aufgestellt hatte. Bei idealen äußeren Bedingungen und einer sukzessive erneuerten Asphaltstrecke in bestem Zustand durchaus ein mögliches Unterfangen für die Piloten. Mit dabei waren auch in diesem Jahr die Bergrennspezialisten Holger Hovemann aus Bödigheim, Rudolf Brandl aus Walldürn und Christian Ehret aus Hettingen , die das einheimische Zuschauerinteresse auf sich zogen, während auf den vier Lokalmatadoren Paul Pegoretti, Nils Abb, Christof Hörnig und Christian Winkler alle aus Eichenbühl noch eine besondere Bürde und Erwartungshaltung auferlegt war. Großes Spektakel Zu den eigentlichen Wertungsläufen am Sonntagvormittag waren die Zuschauerränge bereits gut gefüllt und die besten Plätze an den beliebten Streckenabschnitten an der Klinge, der Hondakurve und der Zielkurve längst vergeben, wo die Zuschauer das alljährliche Spektakel hautnah verfolgen konnten. Auch für schwindelfreie Pressefotografen hatte sich der Veranstaltung dieses Jahr was ganz besonderes einfallen lassen. Die durften ihre Fotos aus der Plattform des eigens aufgestellten Krans schießen , den der Veranstalter im Bereich des ehemaligen Schuttplatzes hat aufstellen lassen. Denen war auch nicht entgangen, dass der Bödigheimer Holger Hovemann bereits im Training technische Schwierigkeiten mit seinem gelben Kadett Risse 16V hatte und sogar um den Start am Sonntag bangen musste. Bei ihrer Nachtschicht bis morgens um 5 Uhr hatten seine "Schrauber" das Dienstfahrzeug wieder renntauglich gemacht und diese Überstunden sollten sich auch am Renntag auszahlen. Mit Bestzeiten in allen drei Wertungsläufen deklassierte Holger Hovemann die Konkurrenz um mehr als drei Sekunden und wurde damit sowohl Klasse - als auch Gruppensieger und Zweitplatzierter der Tourenwagenwertung, nachdem seine sechste Meisterschaft in Folge bereits vor dem Rennen in Eichenbühl feststand. Mit dem Ergebnis in Eichenbühl sicherte sich der Bödigheimer zusätzlich noch den DMSB-Tourenwagen-Bergpokal 2009. Mit dabei in der Klasse bis 2000 cm waren Christian Ehret aus Hettingen mit seinem Opel Ascona B und Rudolf Brandl aus Walldürn, der in der Klasse über 2000 cm in seinem schwarzen Audi TT erfolgreich um Sekunden kämpfte und mit dem zweiten Platz in seiner Klasse das Rennen erfolgreich beendete. Neuer Streckenrekord Einen neuen Streckenrekord gab es schließlich auch noch. Mit einer Zeit von 1:12,38 Minuten legte der Schweizer Marcel Steiner in seinem weißen Martini MK 77 die Messlatte für alle zukünftigen Fahrer wieder ein Stück höher und begeisterte damit nicht nur seine eigene Crew am Start, sondern auch die vielen Zuschauer am Streckenrand, die in eichenbühl einmal mehr hervorragenden Bergrennsport zu sehen bekamen.
Eichenbühl 2009 - www.kurvensteher.de
 
Zum 42. Mal wurde in Eichenbuehl das Bergrennen Unterfranken ausgetragen. Mehr als 180 Nennungen konnten den veranstaltenden GAMSC zufrieden stellen und auch das Wetter spielte mit. Nach einem von vielen Unterbrechungen gekennzeichneten ersten Trainingsdurchgang gingen die weiteren Probelaeufe bei schoenstem Spaetsommerwetter gut ueber die 3005 Meter lange Strecke. Zwar zogen am Renntag graue Wolken auf, doch bis auf einen leichten Nieselregen fielen keine Niederschlaege. Beste Bedingungen also fuer einen neuen Rekord. Und den erzielte Joerg Weidinger auch gleich am Morgen. Schlag auf Schlag ging es dann in Durchgang zwei. Weidinger verlor bei der ultraschnellen Anfahrt zur Zielkurve die Heckabdeckung seines Osella PA 20 und hatte viel Glueck, dass sein Fahrzeug stabil blieb. Die Erinnerung an Herbert Stengers Horrocrash wegen Heckfluegelbruchs an gleicher Stelle waren sofort da. Wie sauber sich Weidingers Abdeckung gelost hatte, zeigte sich an der Zeit. Er verbesserte den Rekord vom Morgen nochmals. Keine Minute spaeter sorgte jedoch Marcel Steiner fuer den Paukenschlag. Mit seinem Martini Mk77 kreuzte er nach 1:12,38 die Ziellinie. Mit dieser Rekordfahrt legte er auch den Grundstein zum Gesamtsieg vor Weidinger und Laszlo Szasz, der erstmals mit seinem Reynard Formel Nippon in Eichenbuehl startete. Begonnen hatte der Renntag jedoch mit dem Classic Berg Cup. Detlef Schroeder konnte sich als erster Klassensieger feiern lassen. Bei den 1300ern verwieß er seine VW Polo-Kollegen Michael Burghardt und Raimund Eirich auf die Plaetze, waehrend Juergen Fechter (VW Golf 1) die Klasse bis 1600 ccm gewann. Das Ford-Duell der Zweiliterklasse entschied Capri-Pilot Richard Rein vor Andreas Herl im Escort Mk2 fuer sich und Axel Reß (Renault Alpine) holte den Pokal in der groeßten Klasse. Bei den Formel- und Rennsportwagen setzte sich Tim Froehlich im URD 772 gegenueber Richard Feulners Chevron F3 durch. Mit 16 Startern war der NSU Bergpokal gut besetzt. Gleich zu Beginn verspielte Andreas Kuhnert die Chance auf den Klassensieg. Nach seinem Dreher holte er sich aber immerhin noch die die zwei naechsten Laufbestzeiten. Jochen Schittenhelm war dagegen am Morgen hellwach und verschaffte sich das noetige Polster auf Steffen Hofmann, der sich mit 1,5 Sekunden Rueckstand geschlagen geben mußte. Noch enger ging es um den letzten Podestrang zu. Lediglich 3/10 Sekunden fehlten Edgar Reich, so dass Johannes Niedermann strahlen konnte. Platz fuenf ging an Horst Fleischer, gefolgt von Nicola Hoellerich und Joerg Davidovic im Leih-TT. In der Gruppe G gewann Christian Bodner im Toyota Corolla die LG4 und Alexander Reder (BMW 318 E36) holte die LG3. Gruppensieger wurde Robert Meiers im LG1-Mitsubishi Lancer. Ein deutlicher Sieg gelang Tim Verhoeven bei den 1400ern der Gruppe N/F2005. Hinter dem Citroen AX liefen Matthias Scheerschmidt (Opel Corsa B) und Bjoern Hemmer im Peugeot 106 ein. Bis 1600 ccm war Tobias Stegmann im CRX am schnellsten unterwegs und die Klasse bis zwei Liter sicherte sich sein Honda-Kollege Lars Broeker (Civic) vor den Peugeot von Jochen Stoll (306) und Waldemar Baetzel im 206er. Roland Wanek war absolut schnellster Pilot in der Gruppe. Mit dem Mitsubishi Lancer stellte er auch Erhard Lezius in der Gruppe A-Version klar in den Schatten. Die Dieselklasse gewann Stephan Schmalzreich mit dem Alfa Romeo 147. In der Wertungsgruppe H fiel die Entscheidung ueber den 1150er Sieg erst im letzten Durchgang. Mit einer Topzeit fing Tobias Klimsa (VW Polo 1) noch Juergen Heßberger ab. Dessen Fiat 127-Kollege Joerg Eberle machte das Podium komplett. Dahinter liefen Bernd Deutsch im Audi 50 und Franz Koob mit seinem Fiat 128 ein. In der 1,3 Liter Klasse mussten schon einige Polo nach dem Training aufgeladen werden. Neben Klaus Bernert, Martin Kleiner, Hugo Moser und Juergen Gehrig, die allesamt an der Technik verzweifelten, beendete Christof Hoernig sein Heimrennen im Graben. Die „Eichenbuehler Stadtmeisterschaft“ (insgesamt traten vier 1300er Polo an) sicherte sich Christian Winkler. Auf Klassenrang eins fuhr am Sonntag Manfred Konrad, der im VW Corrado ueber fuenf Sekunden schneller unterwegs war als Armin Ebenhoeh. Hans Joachim Schmidt und Bernd Letmade (alle VW Polo) sowie Markus Spoeri im Suzuki Swift folgten danach. In der endlich einmal gut besetzten 1600er Klasse feierte Helmut Maier mit seinem VW Golf 1 den Sieg vor Rainer Koresch. Dieser war im Ford Escort Mk2 eine halbe Sekunde vor Valentin Schneider im Ziel. Thorsten Brunner (beide VW Golf 1) und Stefan Faulhaber auf Opel Kadett C belegten die naechsten Plaetze. In der Koenigsklasse fuhr Holger Hovemann erst Trainingsbestzeit, um sich dann wegen eines Defekts abzumelden. Mitten in der Nacht zum Sonntag war die Reparatur unueberhoerbar beendet und der souveraene Klassen- und Gruppensieg in der Heimat war perfekt. Innerhalb von 1,3 Sekunden kamen die ersten drei Verfolger ins Ziel. Sebastian Schmitt und Dirk Preisser sicherten den Dreifacherfolg der Opel Kadett C und Hans Peter Eller musste sich im VW Scirocco 1 mit Rang vier begnuegen. Guenther Goeser in einem weiteren C Kadett, Dieter Rottenberger (BMW 318 E36) und Bjoern Wiebe mit Renault Clio folgten, bevor Stefan Glass mit dem bildschoenen Ford Escort Mk1 4/100 vor Andre Wiebes Renault Megane ueber die Ziellinie rettete. Markus Wuestefeld gewann im Mercedes 190 die Klasse ueber 2000 ccm, kam jedoch an die besten Zweiliterzeiten nicht heran. Siegfried Hauff (Opel Kadett C) und Christian Kolb im BMW E21 mit 3,2 Liter Motor erklommen ebenfalls das Podium. Schnellster Tourenwagenpilot war Norbert Handa, der sich im Lancia Delta vor Herbert Stolz im neu aufgebauten Turbo Porsche die Gruppe E1 sicherte. In der Gruppe FS bis zwei Liter setzten sich mit Markus Goldbach und Thomas Stelberg die Opel Corsa A durch und Sabine Roeck holte mit dem VW Golf 1 Turbo die Klasse ueber 3000 ccm. Bei den Rennsportwagen war Holger Fladung (Aros 80) in der Gruppe C3 erfolgreich und die Klasse bis 2000 ccm der CN-Wertung ging an Arno Bereiter. Der PRC-Pilot konnte Martin Bobinger im Osella PA21 in Schach halten. In der großen Klasse waren hinter Steiner und Weidinger die Behnkes mit ihren Osella PA20 platziert. Waehrend Peter sich vor Michael Rang drei holte, musste Uwe Lang seinen Osella schon nach dem ersten Startversuch verladen. In der Zweiliterklasse der Gruppe E holte Frank Debruyne den groeßten Pokal. Im Dallara 393 blieb er vor Franz Seitz (Opel Lotus) und Rolf Koeppel im Martini Mk42. Ingo Koeppel gewann mit seinem Reynard 873 die 1300er Klasse. Auch der Morgan Drivers Cup war wieder am Berg dabei. Die schnellste Gesamtzeit aus zwei Laeufen wurde fuer Simone Dreher notiert. Hubert Mainitz, Eva Loercher und Fritz Goelz wurden als Naechste in der Ergebnisliste aufgefuehrt.
© Stefan Chytrek
DM-Titelentscheidung vertagt
 
Traditionell startet das Rennwochenende im kleinen Örtchen Eichenbühl in der Nähe von Miltenberg am Main, am Freitagabend mit der angesagtesten Zeltparty der Saison. Einheimische, Fans und Aktive feierten sich und den Bergrennsport bis tief in die Nacht. Doch die meisten Fahrer zeigten sich diszipliniert und gingen artig bei Zeiten zu Bett. Damit taten die Piloten auch einen gefallen, denn für die 3.050 Meter lange Strecke am Umpfenbacher Berg sollte man alle Sinne zusammen haben. Gleich nach der Startlinie folgen einige selektive Kurvenkombinationen, die sich am Ortsrand entlangschlängelt. Danach heißt es viel Schwung auf die lange Gerade, hin zur berüchtigten „Klinge“ mitzunehmen. Mit Vollgas geht es weiter zur „Hondakurve“ und nochmals mit allem was der Motor hergibt zur Zielkehre. Bei dieser Beanspruchung quittierten bereits am Trainingstag einige Aggregate ihren Dienst. Besonders hart traf es die Klasse bis 1300 ccm des KW Berg-Cup, wo die Favoriten Hugo Moser, Klaus Bernert, Martin Kleiner und André Stelberg betroffen waren. Mit knapp über 180 Nennungen konnte der GAMSC Würzburg das mit Abstand größte Fahrerfeld der bisherigen Saison begrüßen. Rennleiter Peter Thumbeck und sein Team lieferten am Sonntag eine nahezu perfekte Organisation ab. Die drei Läufe, inklusive Mittagspause, wurden bis 16 Uhr durchgezogen - das gab es in Eichenbühl noch nie. Stark verbesserungswürdig war hingegen die Auswertung der Rennergebnisse. Eineinhalb Stunden nach Rennschluss war kein Gesamtklassement zu bekommen und in der Liste der Division II (Rennwagen) fehlten die Piloten Frank Debruyne, Franz Seitz und Rolf Köppel aus der Klasse der Formelrennwagen bis 2000 ccm ganz. In der noch offenen Meisterschaft der Rennwagen spitzte sich die Lage vor dem Finale von Mickhausen weiter zu. Seit dem letzten DM-Lauf vor vierzehn Tagen am Kyffhäuser hat sich hinter den Kulissen einiges zusammengebraut. Titelverteidiger Marcel Steiner (Martini BMW CN) fühlt sich durch Weidingers vermeintliche Doppelnennung am Kyffhäuser und beim gleichzeitig stattfindenden Schweizer Lauf in Oberhallau ausgetrickst. Eine Untersuchung des Schachverhaltes soll bereits beim DMSB angelaufen sein. Nach Weidingers Sieg in Kelbra ist für ihn plötzlich der Titel zum greifen nah, da Steiner in Oberhallau ja keine DM-Punkte bekam. Am Wochenende wurde die Auseinandersetzung auf der Rennpiste fortgesetzt. Am Trainingstag fuhr Jörg Weidinger einen inoffiziellen Streckenrekord und am Renntag legte der zweifache Berg-Europameister im ersten von drei Läufen die Bestzeit vor. Im zweiten Lauf hatte Weidinger einen Schutzengel, als die hintere Verkleidung des Osella Sportwagens bei voller Fahrt abriss. Nur Sekunden später musste Weidinger den zweiten Schreck verdauen. Marcel Steiner entriss dem Franken den Streckenrekord aus dem Vorjahr um fast genau eine Sekunde (1:12,38 min) und auch in Lauf drei strich der Schweizer volle DM-Punkte ein. Vorbehaltlich eines drohenden Verfahrens müsste Weidinger in Mickhausen lediglich das Ziel sehen um erstmals die DM Krone zu gewinnen. Wie die Sache auch aus ausgeht, der sportliche Wert des Meistertitels hat auf jeden Fall gelitten. Im Kampf der beiden Streithähne konnte Laszlo Szasz im Reynard Zytek Formel Nippon (japanischer Formel 3000) nicht ganz mitmischen. Der Ungar startet auf Einladung seines Freundes, dem Ex-Bergmeister Horst Fendrich erstmals in Unterfranken. Nach Rang vier am vergangen Wochenende beim FiA-Cup Lauf im italienischen Pedavena, sprang Szasz diesmal aufs Podium. Das Brüderpaar Peter und Michael Behnke verfehlte mit ihren Osella PA 20S BMW auf den Rangen vier und fünf das Podium deutlich. Da Reto Meisel es vorzog mit seinem Mercedes V8 beim Historischen Bergrennen von Arosa in der heimischen Schweiz zu starten und Norbert Brenners reparierter Opel Astra V8 DTM so gut wie verkauft ist, feierte Norbert Handa im Lancia Delta Evo III seinen ersten Tourenwagensieg des Jahres, vor Holger Hovemann, als Sieger der Gruppe H und Herbert Stolz im Porsche 935 II, dem nach einer zweijährigen Rennpause noch etwas die Fahrpraxis fehlte. Alle Akteure des KW Berg-Cup präsentierten in Eichenbühl erstmals den roten Frontscheibenkleber mit der Aufschrift DMV. Der Deutsche Motorsport Verband e.V. unterstützt für den Rest der Saison 2009 und in der Saison 2010 den KW Berg-Cup als einer der Hauptsponsoren. Durch den neuen Gönner DMV frisch motiviert wurde in der Gruppe H bis 1150 ccm besonders hart um die Sieg gefochten. Mit einem Traumlauf zum Abschluss gelang es Tobias Klimsa (VW Polo 8V) noch den Führenden Jürgen Hessberger (Fiat 127 Sport) von der Spitze zu vertreiben, und das sogar deutlich. Mitfavorit Robert Bauer musste mit Motorproblemen am VW Polo 16V auf den Start am Sonntag verzichten. So fuhr Jörg Eberle (Fiat 127 Sport) ungefährdet auf Rang drei. Nach dem Crash von Homburg wurde der Fiat 128 von Franz Koob pünktlich zum Heimspiel wieder fit gemacht und auf Rang fünf gefahren. Wie bereits erwähnt gab es in der Klasse bis 1300 ccm ein Favoritensterben. Nutznießer war hier Manfred Konrad im VW Corrado 16V vor Armin Ebenhöh (VW Polo 8V) als Sieger der KW 8V-Trophy der Division I und Hajo Schmidt im VW Polo 16V. Bernd Letmade, auf Rang vier, fehlte etwas das Vertrauen zu seinem „Sportgerät“. Am VW Polo 8V sprangen unvermutet bei voller Fahrt die Gänge heraus. Die Truppe von der Lippe konnte sich nur mit einem Schweißpunkt helfen. Von seinem leichten Herzinfarkt wieder genesen dominierte der Passauer Helmut Maier (VW Spiess-Golf 16V) die Klasse bis 1600 ccm mit konstanten Zeiten im Bereich von einer Minute, 27 Sekunden. Valentin Schneider (VW Golf 16V) verschenkte hier im letzten Rennlauf Rang zwei mit einer all zu aggressiven Fahrweise an den Pfälzer Rainer Koresch (Ford Escort). In der Klasse bis 2000 ccm rollte Holger Hovemann bereits im ersten Trainingslauf mit Motorschaden am gelben Opel Kadett C 16V aus. Der Odenwälder scheute zuerst vor einem Reparaturversuch, doch dann machte sich Hovemanns Mannschaft doch noch ans Werk. Am Renntag stand das RISSE Coupé wieder am Start und der Motor hielt so gut, dass „Mister Gruppe H“ einen weiteren überlegenen Klassensieg feiern konnte. Wie immer wurde um die Ehrenplätze erbittert gekämpft. Sebastian Schmitt, Dirk Preißer (bei Opel Kadett C 16V) und Hansi Eller mit dem Minichberger VW Scirocco 16V lieferten sich eine packendes Rennen. Am Anfang mischte sich sogar Günter Göser (Opel Kadett C 16V) in den Dreikampf ein, doch am Ende konnte der Allgäuer froh sein noch vor Dieter Rottenberger (BMW 318is STW) das Ziel zu sehen. In der Klasse über 2 Liter Hubraum hatte Markus Wüstefeld im Mercedes 190 Klasse 1 leichtes Spiel gegen den Allgäuer Siegfried Hauff im Opel Kadett C 16V. Die kleine FS/E1-Klasse bis 2000 ccm gewann Markus Goldbach (Opel Corsa) vor seinem Markengefährten Thomas Stelberg und Iberg-Rennleiter Kevin Ferner im VW Polo G40. Die Tageswertung im DMSB Bergpokal gewann bei den Formelwagen bis 2 Liter zwar Frank Debruyne (Dallara Fiat F3), Widersacher Franz Seitz machte hingegen erstmals den Bergpokal-Titel mit dem zweiten Platz klar. Die Klasse der Sportwagen bis 2 Liter gewann erneut der Vorarlberger Arno Bereiter (PRC Honda CN) vor Martin Bobinger (Osella PA 21S Honda) und Dino Gebhard im formschönen Norma M20 Honda. In der Gruppe F2005 waren diesmal insgesamt 17 Piloten am Start. Bis 1400 ccm hatte Tim Verhoeven (Citroen AX) die fünf Fahrer starke Riege des Homburger AC mit Mathias Scheerschmidt (Opel Corsa), Björn Hemmer (Peugeot 106) an der Spitze, deutlich in der Tasche. Bis 1600 ccm siegte Tobias Stegmann (Honda CRX) vom MSC Osnabrück. Bis 2000 ccm blieb Lars Bröker (Honda Typ R) siegreich, vor den Peugeot-Tretern Jochen Stoll und Waldi Bätzel. Der Gruppensieg ging an Roland Wanek im Mitsubishi. Seinen ersten Gesamtsieger im Classic-Berg-Cup verbuchte Tim Fröhlich. Der Winzer aus Bockenau an der Nahe kommt mit dem von Gerhard Siebert übernommenen URD BMW 1.6 Gruppe C3-Sportwagen immer besser zurecht. Die Unterwertung im NSU Bergpokal gewann zum zweiten Mal in dieser Saison Jochen Schittenhelm, knapp vor Steffen Hofmann.
© Thomas Bubel
Schrauben, tüfteln, schneller fahren
 
Bereits vor 8 Uhr strömten viele Fans an die Strecke zwischen Eichenbühl und Umpfenbach. Zuschauermagneten waren neben Start und Ziel die Kurve drei am Schredderplatz und die so genannten Klingekurve.

Durch zahlreiche technische Ausfälle dauerte der erste Trainingsdurchgang bis nach 13 Uhr. Dennoch absolvierten die Fahrer bis kurz nach 18 Uhr drei Trainingsläufe.

Im Zelt und unter freiem Himmel Die Ausfälle sorgten im Fahrerlager für hektische Betriebsamkeit. Außerdem waren etliche Fahrer mit Getriebe- und Fahrwerksabstimmung nicht zufrieden oder monierten mangelnde Motorleistung. Also wurde in vielen Zelten und unter freiem Himmel geschraubt, gewechselt und mittels Laptop versucht, aus der Motorelektronik das letzte Quäntchen Leistung herauszukitzeln.

Der Eichenbühler Christian Winkler mit seinem Polo V8 beanstandete bei seinen drei Trainingsläufen ein Leistungsdefizit durch eine fehlerhafte Einspritzdüse. Besonders unangenehm war für ihn, dass nach Verbesserungen am Fahrzeug und Testfahrten auf dem Walldürner Flugplatz eigentlich alles hervorragend ausgesehen hatte. "Ich wollte auf meiner Hausstrecke endlich mal ohne Überraschung an den Start gehen", ärgerte er sich am Samstag.

Auch der Eichenbühler Nils Abb war mit seiner Trainingsleistung nicht zufrieden, musste aber eingestehen, dass das neue Getriebe mit Sperrdifferenzial und Fahrwerksänderungen ein völlig neues Fahrverhalten ergebe. "Ich muss mich praktisch an ein neues Fahrzeug gewöhnen", sagte er.

Heiße Kupplungsfeder Johann Niedermann aus Stein kehrte in seinem NSU 1000 CC vom zweiten Trainingsdurchgang mit einer heißen Kupplungsfeder und einem vermuteten Schaden an einer Kupplungswelle zurück. Trotzdem schaffte er es, sein Fahrzeug für den dritten Durchgang rechtzeitig instandzusetzen. Lohn der Schnellreparatur war ein Lauf, der eine halbe Sekunde schneller war als zuvor.

Hart traf es den Berndshofener Jörg Eberle mit seinem Fiat 127 Sturm. Mit seinem Mechaniker rätselte er, warum er zwar keine Probleme mit der Motordrehzahl im Stand hatte, aber auf der Strecke nicht vorwärts kam und zweimal mit technischem Defekt ausfiel. Danach war das Rennwochenende für ihn beendet, bevor es richtig angefangen hatte.
© Siegmar Ackermann