Erklärung - Bergrennen:

Bergrennen sind die Einzelzeitfahrten des Motorsports. Auf fahrerisch anspruchsvollen, kurvenreich Bergstraßen, die sonst ihren alltäglichen Zweck als öffentliche Land- oder Kreisstraße erfüllen, kämpfen die Fahrer allein gegen den Berg und den Sekundenzeiger der Stoppuhr. Diese Motorsportdisziplin ist nichts für schwache Nerven und am ehesten mit dem Ski-Abfahrtslauf zu vergleichen. Höchste Konzentration ist gefordert, wenn die Piloten in ihren verschiedenen Rennvehikeln den Berg hinaufstürmen. Kurven, Anbremspunkte und Bodenwellen müssen im Gedächtnis der Fahrer gespeichert sein. Nur die Könner finden die Ideallinie und schon ein kleiner Fahrfehler bedeutet oft das Ende aller Siegeschancen oder gar das Aus. Die Spitzenpiloten in ihren potenten Formel 3000 oder Gruppe CN-Boliden erreichen, auf den zumeist engen und waldgesäumten Pisten eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 200 km/h. Auslaufzonen, wie am Nürburgring sucht man vergebens. Doch leidet die Sicherheit für die Akteure und Zuschauer ,dank des hohen Sicherheitsstandarts an Deutschlands Bergen ,der Doppelleitplanken und Altreifenpakete an neuralgischen Streckenabschnitten zwingend vorschreibt, nicht.

Für das Publikum ist ein Bergrennen immer Motorsport zu Anfassen. Auf Böschungen und an Hängen sitzend, lassen sich die Zuschauer, mit Ausnahme von Karts, Trucks und der Formel 1,alles hautnah um die Ohren fahren was vier Räder hat. Um eine Karte für´s Fahrerlager streiten nicht VIP´s und solche die sich dafür halten, statt dessen können die Fans "ihren Helden" an den Zelten und Renntransportern, bei letzten Feinabstimmungen der Wettbewerbsfahrzeuge über die Schultern blicken. Der persönliche Kontakt zwischen Zuschauer und Fahrer gehört im Bergrennsport einfach dazu. Auch das gibt es nur am Berg, sind nach einem Rennlauf alle "Himmelsstürmer" oben, rollen diese im Pulk zurück ins Fahrerlager und die Fans sehen noch einmal die bunte Vielfalt der Rennwagen, wie in Zeitlupe bergab gleiten.

Eine wahrhaft imposante PS-Parade ist der KW Berg Cup, der sich bei Aktiven wie Fans großer Beliebtheit erfreut. In seinen nunmehr 20 Jahren stehen regelmäßig, zu den Wertungsläufen in Deutschland oder im benachbarten Luxemburg und Österreich rund 100 spektakuläre Gruppe H Spezial-Tourenwagen am Ablauf. An und unter der Karosserie eines VW Polo, BMW 320 16V oder Ex DTM Mercedes sind technische Leckerbissen zu finden. So werden, beispielsweise Getriebe von Formel 3 Rennwagen verwendet, PS-starke 16 Ventilmotoren eingepflanzt sowie ein enormes Flügel.- und Spoilerwerk montiert. Der Classic-Berg-Cup, Sportwagen-Bergcup, NSU-Bergpokal, Fiat-Lancia-Sportpokal sowie ADAC Rennsport-Pokale, Gaumeisterschaften (DMV,AvD) und Clubmeisterschaften, runden das Angebot in Deutschland ab.

Oberste "Liga" im internationalen Bergrennsport ist die Europabergmeisterschaft.  Das Mekka des Bergrennsports ist zweifellos Frankreich, hier gehen beispielsweise bis zu zwanzig ultraschnelle Formel 2 oder Formel 3000-Renner auf die Strecken. Wer nun auf den Geschmack gekommen ist mal ein Bergrennen live zu verfolgen, sollte die absoluten Klassiker von Mont Dore (Frankreich), Rechberg (Österreich), Trento-Bondone (Italien) oder St.Ursanne-Les Rangiers in der Schweiz, einmal bereisen. Hierzulande ziehen Bergklassiker wie das Bergrennen Unterfranken in Eichenbühl, das Hauenstein Bergrennen in der Rhön oder das Bergrennen von Osnabrück, Piloten und Zuschauer in Massen an.

von Thomas Bubel - www.berg-meisterschaft.de