Pressemitteilungen 2013:

Die ersten Meister sind fix
Alles in allem Glück mit dem sehr wechselhaft vorhergesagten Wetter, hatten die Mannen des GAMSC Würzburg bei ihrem 46. Bergrennen, sowie die Eichenbühler Vereine, die sich traditionsgemäß um die Organisation im Festzelt kümmerten. Zum Auftakt des Wochenendes stieg wie gewohnt die Zeltparty des Jahres am Deutschen Berg, die vor allem von den zahlreichen Fans der „Ärzte-Gruft“ aus der Rhön so richtig ins Rollen gebracht wurde. Bis tief in die Nacht wurde unter rockigen Klängen der Band „B.L.O.N.D.“ abgefeiert. Ein Aufwärtstrend in Sachen Stimmung, war nach der etwas lauen letztejährigen Party zu erkennen. Auf der 3.050 Meter langen Bergrennstrecke von Eichenbühl nach Umpfenbach lief ebenfalls alles in bestens geregelten Bahnen, dafür sorgte ein wie immer konsequent agierender Rennleiter Peter Thumbeck, der mittlerweile auch zum Präsident der „GAMSC´ler“ gewählt wurde.


Brachte ein kräftiger Regenachauer im ersten Trainingslauf den Tagesablauf, nicht zuletzt durch daraus resultierende zahlreiche Ausrutscher, etwas durcheinander, so mussten am Renntag nur die Fahrer der Classic-Gruppen und der Kategorien G, N, A mit einer von nächtlichen Regen komplett nassen Strecke vorlieb nehmen. Danach trocknete die Piste kontinuierlich ab und das trockene Wetter hielt bis zum Rennende durch. Am späten Samstagmorgen sorgte André Schrörs für eine Schrecksekunde. Der KW Berg-Cup Pilot überschlug sich mehrfach mit seinem Talbot Lotus Sunbeam in der „Honda-Kurve“ und entstieg dem Wrack jedoch unverletzt. Der im Vorjahr an gleicher Stelle schwer verunfallte Jürgen Seitz, der anschließend wochenlang intensivmedizinisch behandelt werden musste, unterstützte diesmal weitestgehend genesen, seinen Vater Hans-Dieter Seitz bei dessen Start in der Gruppe H.

Mit seinem erst zweiten Gesamtsieg der Saison sicherte sich Sportwagenpilot Uwe Lang zugleich seine vierte Deutsche Bergmeisterschaft und dass vor dem Finale Anfang Oktober in Mickhausen. Da der nationale Rennwagensport am Berg weiter danieder liegt, hatte der Schweinfurte keine Mühe die Konkurrenz in den wenigen offenen Rennwagen zu schlagen. Echte Freude kam beim Bergroutinier, der seit 1986 kaum einen Berg DM-Lauf ausließ, nicht auf. Dass Lang seine Sache dennoch Ernst nahm verdeutlichte der zweite Rennlauf mit 1:13.89.

Der Überlegenheit Lang´s entsprechend standen am Ende auf dem Gesamtsiegerpodium neben Lang auch zwei Tourenwagenvertreter. Klaus Hoffmann im Opel Astra V8 DTM und Herbert Stolz im Porsche 935 II, die zurzeit die Berg DM der Tourenwagen untereinander ausmachen, lieferten sich einen begeisternden Schlagabtausch innerhalb der drei Durchgänge, mit dem hauchdünnen, besseren Ende für Hoffmann. Der Astra-Chauffeur konnte mit zwei Laufsiegen seinen Punktevorsprung auf den Tiroler um drei Zähler ausbauen. Damit ist die Spannung vor dem Finale auf dem Höhepunkt.


Am Ende in weniger als einer halben Sekunde mit den beiden Top-Tourenwagen vereint, verpasste Peter Behnke (Osella PA 20) als zweitschnellster Sportwagenfahrer hauchdünn Gesamtrang drei, deutlich vor Frank Debruyne (Dallara Formel 3) und Dino Gebhard (Osella PA 20), der als dritter der großen Sportwagenklasse den Iberg-Gesamtsieger Michael Behnke knapp niederhalten konnte. Der Badener kam mit der in den bewaldeten Ecken noch feuchten Strecke im ersten Durchgang besser zurecht als der ältere Behnke-Bruder.

Mit einem erneuten Klassensieg bei den CN-Sportwagen bis 2-Liter gewann Bernd Letmade (unser Foto oben) erstmals den DMSB Bergpokal. Da Letmades Hauptgegner Robert Meiers als zweiter der 2-Liter Formel-Klasse Punkte verlor, wuchs der Vorsprung für den Lipper uneinholbar an. Um die gleiche Trophäe im Tourenwagen kämpfen in Mickhausen Manfred Konrad (VW Corrado 1300 ccm) und Roman Sonderbauer im Opel Kadett C aus der Gruppe H bis 2000 ccm. Konrad gewann die Gruppe H bis 1300 ccm und Roman Sonberbauer belegte Rang drei in seiner Klasse hinter Dieter Rottenberger (BMW 318is) und Björn Wiebe im Renault Laguna BTCC. In der Gruppe H über 2000 ccm griff der sonst in der Langstreckenmeisterschaft VLN als Teamchef fungierende Christian Leutheuser wieder mal selbst in Lenkrad seines BMW E46 M3 und dass mit Erfolg. Der Rhöner siegte mit rund zwei Sekunden Distanz vor Markus Wüstefeld (Mercedes 190 Evo II).


Die NSU-Meute, die ebenfalls ihren Abschluss in Mickhausen begeht, muss auch bis zum Schluss auf ihren neuen Champion warten. In Eichenbühl siegte Steffen Hofmann, der nach seinem missglückten Berg-Cup Projekt mit Rüdiger Julius-Bernhart mit dem diesjährigen Ausgang im NSU Bergpokal nichts zu tun hat. Trotz der überaus knappen Niederlage von NSU-Tabellenführer Uwe Schindler gegen Thomas Krystofiak um Rang zwei in der Tageswertung, besitzt Schindler die besten Karten seinen zweiten Titel nach 2009 in Mickhausen unter Dach und Fach zu bringen. Auf Schindlers Liste der Wiedersacher steht Jörg Höber ganz oben, der jedoch am vergangen Woche fehlte.


Der Classic-Berg-Cup (CBC) schloss im Erftal seine Saison ab. Ronny Hering im 1600er VW Scirocco eroberte sich mit einem erneuten Klassensieg erstmals den Meistertitel. In der 2-Liter Klasse machte Richard Rein (Ford Capri) als Klassensieger die Vize-Meisterschaft fest, in der Klasse und der Meisterschaft vor Albert Vogt (BMW 325i).

Recht gut besetzt präsentierte sich wieder einmal die Gruppe F und A. Bis 1600 ccm siegte Franz Hasenstab (Peugeot) vor Jürgen Fechter, der mit seinem VW Scirocco, der anfangs auf feuchter Piste sogar in Führung gelegen hatte. Die Klasse bis 2000 ccm wird über die Saison geprägt vom Duell Jochen Stoll (Peugeot 306 S16) gegen Patrick Orth im VW Golf GTI. Der bislang immer siegreiche Jochen Stoll vom Homburger Automobilclub, riskierte auf abtrocknender Strecke im ersten Lauf zu wenig und konnte in den restlichen beiden Durchgängen den Rückstand von 1,5 Sekunden nicht mehr kompensieren.

Bleibt noch festzuhalten, dass Uwe Kaufel in seinem PRC die C3-Sportwagenklasse mit dem größten Vorsprung in diesem Jahr gewann, dass mit über 11 Sekunden vor Gerhard Siebert (Osella) und Stephan Collisi (Behnke-Condor).

© www.berg-meisterschaft.de - Thomas Bubel

 
Uwe Lang siegt erneut beim Bergrennen in Eichenbühl
Uwe Lang bleibt der Seriensieger beim Bergrennen in Eichenbühl. Auch heuer setzte sich der Schweinfurter durch und feierte damit seinen fünften Erfolg.

Nach den Wetterkapriolen, die am Samstag beim Training nur zwei Wertungsläufe zuließen, hofften Fahrer und Organisatoren für Sonntag auf besseres Wetter. Bis 6 Uhr hatte es noch geregnet. Beim pünktlich um 8.30 Uhr erfolgten Start war die Strecke noch feucht, im Waldbereich sogar noch nass, so dass zunächst mit Regen- oder Mischbereifung gefahren wurde. Nach der Hälfte des ersten Laufes konnten die Fahrer auf abtrocknender Strecke fahren, was auch bei den erzielten Zeiten deutlich sichtbar war. Bis auf wenige Ausrutscher konnten die drei Wertungsläufe auf dann trockener Strecke zügig absolviert werden.

Uneinholbar vorne

Der Schweinfurter Uwe Lang mit seinem Osella PA 20/S trug sich mit einer starken Gesamtzeit von 3:46,93 Minuten aus drei Wertungsläufen erneut als Gesamtsieger in die Streckenchronik ein. Damit gewann der Seriensieger das Eichenbühler Rennen nach 2007, 2010, 2011 und 2012 bereits zum fünften Mal. Inoffiziell ist er damit schon zum vierten Mal deutscher Meister in der Rennwagen-DM, da er vor dem noch ausstehenden Rennen in Mickhausen uneinholbar führt.

Der zweitschnellste Fahrer des Tages, Klaus Hoffmann mit seinem Opel Astra V8 DTM, konnte den Weg zur Titelverteidigung bei den Tourenwagen weiter ebnen. Er fuhr mit einer Gesamtzeit von 4:00,18 den Klassensieg vor seinem unmittelbaren Verfolger Herbert Stolz nach Hause. Der Damenpreis ging an Beatrice Flik aus Althengstett, die in der stark besetzten Klasse 30 über 2000 ccm mit einem Renault Megane Coupe an den Start ging.

Roland Vogt, Vizepräsident des Ausrichters GAMSC Würzburg, lieferte bei der Siegerehrung im Eichenbühler Festzelt eine gute Nachricht für die Motorsportfreunde: »Entgegen aller Gerüchte gibt es keine Gedanken, das Eichenbühler Bergrennen fallen zu lassen«, verkündete er in einer von den Fans beklatschten Stellungnahme. Das nächste Rennen in 2014 ist schon in der Vorbereitungsphase, betonte er.
© www.main-netz.de - Siegfried Ackermann
 
Der KW Berg-Cup in Unterfranken: Die Titel-Entscheidung naht
Sind Dieter Rottenberger und Jörg Weidinger bereits die KW Berg-Cup Gesamtsieger 2013? Das ist momentan die Schlüsselfrage in der Bergrennszene, die alle bewegt. Doch eine glasklare Antwort gibt es noch nicht. Zwar hat das Team mit der Startnummer 304 im BMW 318i STW seit dem Unterfranken-Wochenende die geforderten neun Top-Resultate und 895,72 Zähler sicher auf der Habenseite, aber die Verfolger Roman Sonderbauer, Björn und André Wiebe sowie die 2011er Champions Hansi Eller und Mario Minichberger könnten ebenfalls noch in dieses Punkte-Level vorstoßen. Sollte es Dieter und Jörg – der den BMW in St. Agatha pilotieren wird – allerdings bereits in Oberösterreich gelingen ihr Wolsfeld-Ergebnis um zehn oder mehr Zähler zu toppen und damit zum „Streicher“ zu machen, so sind sie uneinholbar vorn. Dazu sollte, je nach Starterzahl in der Klasse und dem Abschneiden ihrer Mitbewerber, ein Podestplatz sicher reichen. Vielleicht auch bereits eine Zielankunft in den Top-Five. Das scheint machbar, ja sogar einfach. Aber wir wissen ja: Zusammengezählt wird ganz zum Schluss! Und das könnte durchaus auch erst in Mickhausen sein, beim großen Finale. Also lassen wir ab sofort das Rechnen und das Spekulieren sein, kehren wir zurück zum 07. und 08. September, zum „46. Int. AvD/GAMSC Bergrennen Unterfranken“.

Das in der 2013er Auflage mit 146 Startern aufwartete, ergänzt durch knapp über 40 Teilnehmer an der Gleichmäßigkeitsprüfung (GLP). Der Trainingssamstag begann pünktlich, warm und trocken. Doch kaum war der letzte Tourenwagen im ersten Lauf oben, begann es für rund zwei Stunden teils heftig zu regnen. Im zweiten Heat trockneten die 3,050 Kilometer des Umpfenbacher Berges nur zögerlich teilweise ab, die Bedingungen waren schwierig und unberechenbar. Mehrere technische Defekte und Ausrutscher brachten den Zeitplan in Bedrängnis. Mehr als zwei Auffahrten waren nicht drin. Zum Rennstart am Sonntag um 08:30 Uhr präsentierte sich der Unterfranken-Asphalt nass, trocknete aber nach dem baldigen Ende der Niederschläge mehr und mehr ab, die Zeiten verbesserten sich ständig. Dennoch dauerte der erste Durchgang, gestreckt durch diverse Vorfälle, bis zur Mittagspause. Danach lief plötzlich alles wie am Schnürchen, Run zwei und drei waren beste Werbung für den Bergrennsport, zügig, schnell, attraktiv, spannend – einfach schön! Dazu passend das Rennende kurz nach 17:00 Uhr. Apropos Rennen: Lasst uns nun endlich mit dem Blick in die Klassen des KW Berg-Cups beginnen!

Bei den 1150ern setzt Gruppe H Rückkehrer Jürgen Schneider im 16-Ventiler Schneider Polo eine deutliche Trainingsbestzeit. Und ebenso klar distanziert der Zweite, Bernd Deutsch, den Drittschellsten, Tobias Stegmann (beide Schneider Audi 50 8-Ventiler). Im nassen ersten Rennlauf ändert sich das Bild: Zwar ist Jürgen Schneider wieder der Leader, aber die 4,45 Sekunden Vorsprung des Übungssamstages sind auf 89 Hundertstel zusammen geschmolzen. Bernd Deutsch (P2) ist weiterhin sein hartnäckigster Widersacher. Der Dritte, nur 1,05 Sekunden hinter dem Spitzenreiter zurück, heißt nun Jörg Eberle, der heuer erstmals im Fiat 127 Bauer Super bei einem Bergrennen dabei ist. Heat zwei und drei stehen dann ganz im Zeichen von Jürgen Schneider, der die Vorzüge seines 16V Aggregates deutlich demonstriert und an der Spitze unaufhaltsam Richtung Klassensieg enteilt. Am Ende hat er 10,73 Sekunden Vorsprung auf Bernd Deutsch (P2) heraus gefahren. In der Mittagspause ist Tobias Stegmann endgültig munter geworden. Der Jung-Papa bläst zur Attacke, fährt in den beiden Nachmittags-Runs jeweils die zweitschnellste 1150er Zeit, zieht flugs an Jörg Eberle vorbei, nimmt Bernd Deutsch ins Visier. An den kommt er zwar noch bis auf 17 Hundertstelsekunden heran, aber er kommt nicht mehr an ihm vorbei. Es bleibt bei Platz drei. Ob Tobi nun im Regen verwachst hatte, oder ob Opa Bernd die Gratulationen und Feiern zur Geburt der kleinen Holly, die unmittelbar nach dem Hauenstein Bergrennen perfekt getimt das Licht der Welt erblickte, besser wegsteckte als Papa Tobias, bleibt – zumindest vorerst – unbekannt. Jörg Eberle wird schlussendlich Vierter, Peter Richter, der den ganzen Samstag lang an technischen Problemen seines Capricorn Polo herumdoktern muss, läuft auf Position fünf ein. Der 1150er KW 8V-Trophy Sieg geht an Bernd Deutsch. Er gewinnt vor Tobias Stegmann (8V-P2) und Jörg Eberle (8V-P3). Die Sonderwertungsplätze vier und fünf gehen an Peter Richter (8V-P4) und Rolf Rauch im Fiat 128 Coupé als Fünftem.

In der 1,3-Liter Abteilung gibt Klaus Bernert ein Kurz-Gastspiel. Gleich im ersten Samstags-Heat stürmt der Routinier zur imaginären „Pole-Position“, fährt die schnellste Übungszeit. In der zweiten Auffahrt reißt ihn ein Motorschaden jäh aus dem Wettbewerb, noch bevor dieser richtig begonnen hat. Armin Ebenhöh im Minichberger 16-Ventiler Polo (P2), Manfred Konrad im VW Corrado 16V (P3) und Hugo Moser (P4/Polo 16V) folgen mit knappen Abständen auf den nächsten Trainings-Rängen. Noch kurz vor Rennbeginn kann Manfred Konrad dem Regen nichts wirklich Positives abgewinnen. Dennoch bleibt er fest entschlossen, seinen bisherigen drei Unterfranken Klassensiegen einen weiteren hinzu zu fügen, zieht alle Register. Ergo treibt er den Corrado in Lauf eins an die Spitze. Vor Armin Ebenhöh (P2) und Hugo Moser (P3). Diese Anfangsreihung hat bis zum Schluss Bestand, es ändert sich nichts mehr. Gleich hinter dem Klassen-Spitzentrio fliegt das Eichenbühler 8-Ventiler „Duo Infernale“ mit ihren Polos ins Ziel. Christof Hörnig als Vierter (8V-P1), Nils Abb als Fünfter (8V-P2). Markus Hülsmann komplettiert im VW Golf als Dritter das 1300er KW 8V-Trophy Podium. Die Sonderwertungs-Ehrenplätze holen sich Klaus Streiberger (VW Polo/8V-P4) und Rupert Rumpel (8V-P5) im Simca Rallye.

Was es schon lange nicht mehr gab, lebt in Unterfranken wieder auf: Die 1600er Klasse in der Gruppe H! Dass diese lediglich aus zwei Schweizern und einem zurzeit in Deutschland lebenden Finnen besteht, tut der guten Sache keinen Abbruch. Auch nicht die Tatsache, dass keiner der Akteure in den KW Berg-Cup 2013 eingeschrieben ist. Denn was nicht ist, kann ja bekanntlich noch werden. Vielleicht im nächsten Jahr schon, das wäre toll! Spannend und abwechslungsreich war die H 1600 obendrein. Nach der zweiten Sonntags-Auffahrt liegen die drei Akteure im Minimalabstand von 32 Hundertstelsekunden zusammen. Zum Schluss gewinnt der Oberhallauer Beat Halbheer im Citroen Saxo 0,09 Sekunden vor Toyota Starlet Pilot Mikko Kataja (P2). Der anfangs führende Andi Külling (Oberhallau/Peugeot) muss sich am Ende mit Platz drei zufrieden geben.

Volles Haus bei den 2-Litern. 31 Fahrzeuge nehmen den Samstags-Probegalopp auf. Die drei KW Berg-Cup Führenden geben von Beginn weg an besonders beherzt Gas, schenken sich nichts. Ganz oben trägt sich Dieter Rottenberger (P1) im BMW 318 i STW ins Trainings-Ranking ein. Winzige 0,11 Sekunden dahinter kreuzt Roman Sonderbauer (P2) im Ziegler Kadett 16V die Ziellichtschranke. Der von Björn Wiebe gefahrene Renault Williams Wiebe Laguna benötigt nochmals 28 Hundertstel mehr für den 3,050 Kilometer-Highspeed-Sprint. Mit leichtem Respektabstand folgen Dirk Preißer (P4/Opel Kadett 16V) und Patrick Orth im Frank BMW 320 iS. Zum Rennauftakt ist Dieter Rottenberger hellwach und glänzend disponiert, legt bei seinen Lieblingsstreckenbedingungen sofort ein Polster von 1,29 Sekunden zwischen sich und den nächsten Kontrahenten. Das ist Marco Fink (P2) in seinem auf einen Kreutzmüller-Vierzylindermotor umgerüsteten BMW 320 iS WTCC. Roman Sonderbauer ist Dritter, 31 Hundertstel hinter Marco zurück. Dirk Preißer kann seine vierte Position aus dem Training behaupten, Björn Wiebe rutscht auf Rang fünf zurück, ihm fehlen bereits 2,40 Sekunden auf den Spitzenreiter. Auf der abtrocknenden Bahn des zweiten Durchganges kann Marco Fink das Tempo der absoluten Spitze nicht mehr ganz mitgehen, zollt dem höheren Gewicht seines E46 Modells Tribut, fällt auf Rang vier zurück. Björn Wiebe glänzt mit der schnellsten 2-Liter Einzellaufzeit und schiebt sich auf Platz drei nach vorne, liegt nur mehr eine einzige Hundertstelsekunde hinter Roman Sonderbauer (P2) auf der Lauer. Dieter Rottenberger führt nach wie vor, aber sein Vorsprung ist kleiner geworden. Nur 1,38 Sekunden liegen zwischen ihm und dem Viertplatzierten. Daher ist alles möglich, der finale dritte Run muss die endgültige Entscheidung bringen. Björn Wiebe muss als erster des Spitzenquartetts auf die Strecke, verbessert sich nochmals um sechs Hundertstel, fährt mit 1:23,08 wieder die Richtmarke der Klasse. Dann startet Marco Fink. Auch er feilt Späne von seiner eigenen Zeit ab, behält so Position vier. Als Dieter Rottenberger dran ist, weiß er, dass es eng werden wird. Er gibt alles, treibt den BMW 1,08 Sekunden schneller den Umpfenbacher Berg hinauf als im Lauf zuvor. Sind seine insgesamt 4:18,75 die Klassensiegerzeit? Nur Roman Sonderbauer könnte ihn mit einer absoluten Fabelleistung vielleicht noch von der Spitze verdrängen. Als die Uhren für Roman bei 1:24,26 stehen bleiben ist die Reihung klar: Dieter Rottenberger darf sich über Klassengewinn und 106,77 wichtige KW Berg-Cup Zähler freuen. Björn Wiebe wird Zweiter, Roman Sonderbauer Dritter. Hinter Marco Fink (P4) wird Patrick Orth Fünfter, Dirk Preißer beendet das Rennen als Sechster. André Wiebe fährt den zweiten Laguna auf Position sieben, Thomas Flik läuft im Renault Clio Williams als Achter ein. Bernd Ehrle holt sich im 8-Ventiler Kadett als Klassenneunter den 2-Liter KW 8V-Trophy Sieg, Günter Göser wird Zehnter. Roland Christall setzt sich im Opel Ascona B im Kampf um 8V-Platz zwei gegen Alex Konstanzer (Opel Kadett/8V-P3) durch. Die weiteren Sonderwertungspokale sichern sich schlussendlich Hans Dieter Seitz im Ford Escort RS 2000 (8V-P4) und Daniel Bayer (8V-P5) im Opel Kadett. Doppeltes Pech für KW 8v-Trophy Mitfavorit Christian Dümler: Nachdem er drei Berg-Cup Rennen wegen einer Fußball-Verletzung auslassen musste, fällt er beim Comeback mit einem Problem an der Kraftübertragung seines Golfs bereits im ersten Rennlauf aus.

Nachdem der flotteste Diesel-Trainierer Christian Triebstein (Alfa Romeo 147 Cup) am Renntag nicht antritt, wird die Selbstzünderklasse zu einer klaren Angelegenheit für Manfred Pape und seinen VW Golf R-TDI. Er gewinnt vor dem zweiten ex-Cup Alfa von Bergrenn-Urgestein Sepp Koller.

Markus Wüstefeld – man ist versucht zu fragen: wer sonst? – holt sich im ex-DTM AMG Mercedes 190E Evo II die schnellste Samstagszeit in der H über 2 Liter Hubraum. Übungsposition zwei geht an den Hauenstein-Organisator Christian Leutheuser, der mit einem VLN BMW E46 M3 seines Teams „Leutheuser Racing & Events“ nach Unterfranken gekommen ist „um endlich wieder einmal selbst zu fahren“. Trainingsrang drei geht an Norman Struckmann im Ford Escort RS Cosworth. Staunen dann am Renntag: Christian Leutheuser setzt das Potenzial seines Langstrecken BMW perfekt um und geht in Führung vor Markus Wüstefeld (P2) und Siegfried Hauff (P3) im Kadett C-Coupé. Daran ändert sich nichts mehr, dieser Stand geht so in die Unterfanken-Endergebnislisten ein. Kleines Detail am Rande: Im dritten Heat setzen Christian Leutheuser und Markus Wüstefeld mit 1:25,09 exakt dieselbe Zeit! Platz vier sichert sich Norman Struckmann, Fünfter wird Harald Ludwig im BMW M3 E36, Thomas Ostermann ist im Hartge BMW als Klassensechster erfolgreichster 2-Ventiler-Pilot der „Überliter“.

Bleiben noch die drei Klassen der Gruppen FS/E1 und E2-SH zu beleuchten. Tobias Auchter schnappt sich im Zöllner Corsa GSi 16V die Trainingsbestzeit. Vor Manfred Schulte (Citroen AX Sport Kit-Car) und Werner Heindrichs im Schneider Corsa 16V. Helmut Maier ist Vierter, hat im Eifer des Gefechtes glatt vergessen seinen Spiess Golf 16-Ventiler Unterfranken gerecht länger zu übersetzen. Das merkt er spätestens, als er in den schnellen oberen Streckenpassagen viel zu früh im sechsten Gang in den Drehzahlbegrenzer kommt. Er hofft auf Nässe „denn meine Regenreifen sind etwas höher als die Slicks, das bringt einige km/h mehr Top-Speed“. Der Regen kommt, Helmut nutzt die Gunst der Stunde, enteilt seinen Klassenkonkurrenten prompt um 2,28 Sekunden. Werner Heindrichs (P2) und Manfred Schulte (P3) können im Moment nichts gegen Helmut ausrichten. Als wieder Slick-Wetter herrscht, verwaltet Rennfuchs Helmut Maier seinen Vorsprung gekonnt-konsequent, bewahrt sich eisern 1,02 Sekunden davon und holt sich den Klassengewinn. Hinter ihm werden noch Plätze getauscht: Manfred Schulte fährt auf Rang zwei nach vorne, Tobias Auchter wird Dritter. Werner Heindrichs bleibt Position vier, Fünfter wird Thorsten Brunner im VW Golf 16V.

Nur sechs Teilnehmer stellen sich bei den 2-Litern dem Starter in Unterfranken. Mario Minichberger übt im Minichberger Scirocco 16-Ventiler am schnellsten. Vor Hansi Eller im V6 Escort RS 2000 und Andrä Schrörs im Talbot SMG Lotus. Den erwischt es im zweiten Probelauf knüppeldick. Nach der Hondakurve kommt er von der Strecke ab und beschädigt sein Auto schwer, bleibt aber selbst unversehrt. Den Sicherheitseinrichtungen sei Dank! Da Mario in Unterfranken in seiner Klasse etwas unterfordert ist, bezieht er seine Motivation aus dem Ranking „Over-All“, treibt den Scirocco als souveräner „Class-Winner“ auf Rang acht der Gesamtwertung und ist drittschnellster Tourenwagenpilot hinter den „Überautos“ von Klaus Hoffmann und Herbert Stolz. Hansi Eller wird sicherer Zweiter, Jürgen Schuster im Zweischeiben-Wankelmotor befeuerten Mazda RX7 Dritter. Edmund Bodenmüller beendet sein Unterfranken Wochenende im Minichberger C-Kadett als Vierter, der Schweizer Stefan Grünig (VW Golf) als Fünfter.

Bleiben noch die bereits erwähnten „Überautos“ mit mehr als 2000 Kubikzentimeter. Vier davon sind am Umpfenbacher Berg unterwegs. Herbert Stolz ist im Porsche 935 DP II Schnellster am Samstag, vor den DTM V8 Astra Coupés von Klaus Hoffmann (P2) und Sebastian Schmitt (P3). Gleiche Reihung im ersten Rennlauf. Im zweiten Run dreht sich Basti Schmitt harmlos von der Strecke halb aufs Gras, als er am Kurvenausgang etwas zu früh und zu stark aufs Gas steigt. „Im Kadett wäre das problemlos gegangen, aber der Astra reagiert sehr spontan und feinfühlig, daran muss ich mich erst noch gewöhnen“ kommentiert er den Vorfall gelassen und ungerührt. Klaus Hoffmann zoomt sich derweil mit 1:17,43 näher an den Stolz-Porsche heran. Und mit einer weiteren 1:17er Zeit im Finale an diesem vorbei. Damit ist er Klassenprimus und Zweiter der Gesamtwertung. Schneller ist nur noch der „Winner Over-All“ Uwe Lang im Rennsportfahrzeug Osella PA 20S EVO unterwegs. Er sichert sich vorzeitig seinen vierten Titel in der Deutschen Automobil Bergmeisterschaft. Wir gratulieren dem sympathischen Sportler herzlich dazu! Herbert Stolz wird Klassen-Zweiter und Gesamt-Dritter, Andreas Hetzel fährt im VW Golf auf Klassenrang drei.

Zwei alles entscheidende Rennen sind in der 26. KW Berg-Cup Saison jetzt noch zu fahren. Im oberösterreichischen St. Agatha (ca. 45 Kilometer donauabwärts von Passau gelegen) am 14./15. September und am 05./06. Oktober in Mickhausen in der Nähe von Augsburg. Spätestens dort werden alle Titel und Platzierungen vergeben. Seid, wenn es nur irgendwie geht, bei beiden Top-Events dabei. Erlebt die KW Berg-Cup Finalläufe mit, bejubelt die Aktiven, spornt sie zu Höchstleistungen an! Ich freue mich darauf. Und auf Euch, wir sehen uns!


© www.berg-cup.de - Uli Kohl
 
Unterfränkische Motorsport-Dominanz

Tausende Motorsportfans erlebten beim 46. Unterfranken-Bergrennen des German American Motorsportclub (GAMSC) Würzburg Rennsport zum Anfassen. Ob direkt hinter der Bande am Start, mit gutem Blick auf die Schuttplatzkurve und die Medienleinwand oder in der Zielkurve – die Fans bekamen rasanten Motorsport geboten, der das Publikum begeisterte.

Nach einem schweren Unfall von Andre Schrörs im Training machte sich Erleichterung breit, dass der Mann aus Schwelm den Einschlag nahezu unverletzt überstand. Zur Freude der Zuschauer waren Unfälle oder Unterbrechungen am Rennsonntag eher die Ausnahme – und Rennleiter Peter Thumbeck gab sich zufrieden mit dem Verlauf der Traditionsveranstaltung. Der Schweinfurter Pilot Uwe Lang legte im ersten Rennlauf eine belastbare Basis für seinen zweiten Gesamtsieg hintereinander. „Natürlich wollte ich diesen Titel mitnehmen“, kommentierte Lang seinen nationalen Titel Nummer vier – den er so unscheinbar ergatterte wie nie zuvor. Der Schweinfurter distanzierte die Konkurrenz vor allem mit seiner Tagesbestzeit von 1:13,89 Minuten im zweiten Lauf, die kurzfristig sogar Streckensprecher Hannes Martin etwas die Sprache verschlug. Uwe Lang fuhr in einer eigenen Liga, keiner der Gruppe-C- oder Formel-Piloten vermochte ihm das Wasser zu reichen, so dass die Tourenwagen-Armada für die größte Spannung sorgte.

In der Deutschen Bergrennmeisterschaft für Tourenwagen liefern sich Klaus Hoffmann vom AMC Kitzingen in seinem aus der DTM stammenden Opel Astra und der Innsbrucker Herbert Stolz im Porsche 935 DP II schon die ganze Saison ein Kopf-an-Kopf-Rennnen. Nachdem Stolz auf nassem Asphalt Hoffmann am Morgen distanzierte, sank die Stimmung im Team KLZ-Racing. Doch nach dem Himmel hellten sich die Mienen in Hofmanns Rennstall im zweiten Lauf auf als der amtierende Titelträger vom AMC Kitzingen die Zeit von 1:17,46 Minuten auf den Berg nach Umpfenbach hoch zauberte. „Jetzt steht es eins zu eins“, grinste sich Klaus Hoffmann eins und zog seinen Job professionell durch. Er bestätigte seine Leistung im dritten Lauf, überflügelte Stolz in der Addition der drei Läufe und verdiente sich Gesamtrang zwei.

Lang hat den Titel schon in der Tasche, Klaus Hoffmann ist auf dem besten Weg dahin und die Rhöner Dieter Rottenberger (Berg-Cup-Spitzenreiter) und Christian Leutheuser (Gruppe H-Sieger) bestachen in Eichenbühl – ausgeprägter könnte die unterfränkische Dominanz in der deutschen Bergrennszene nicht sein. Ganz nach dem Geschmack der hiesigen Fans drängelten sich die Piloten aus unserer Region ins Rampenlicht. Bei der Siegerehrung genossen auch die Lokalmatadoren Christof Hörnig und Nils Abb den Applaus im Festzelt. Sie belegten mit ihren VW Polo die Plätze vier und fünf in der Klasse bis 1300 Kubikzentimeter und wurden mit Pokalen als beste Einheimische prämiert.

Vor dem Saisonfinale in Mickhausen (5./6. Oktober) gilt Bernd Letmade aus Detmold fast sicher als Gewinner des Deutschen Sportwagen-Bergpokals. Offen ist dagegen immer noch die Frage nach dem Tourenwagen-Bergpokalsieger. Denn Manfred Konrad aus Korb im VW Corrado machte Boden gut auf den Führenden Roman Sonderbauer aus Grafling im Opel Kadett. Sie duellieren sich im Schwabenland, wenn Klaus Hoffmann seinen Vorsprung verteidigen und seinen zweiten DM-Titel feiern will.


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